Vorsicht Satire!
Logo der Stadt Markscheid Licht

Bildungswesen

Geschichte Markscheids

vom 06.12.2012

Ursprung


  • Ausgrabungen unweit des heutigen Rathauses lassen auf einen frühgermanischen Ursprung schliessen.
  • Unweit der Emscher gelegen, ergaben sich durch die häufigen Veränderungen des Flussbettes (Mäandern) wohl überdurchschnittlich häufig Grundstücksstreitigkeiten. Die daraus resultierende Beanspruchung des alten Thingplatzes unter der Gerichtseiche machte bald eine dauerhafte Befestigung des Platzes erforderlich.

Das erste Verwaltungsgebäude


  • Rekonstruktion der frühgermanischen Ratshütte
    Rekonstruktion der frühgermanischen Ratshütte
  • Nur wenige Jahre nach der Befestigung wurde der Platz mit einer ersten Hütte ergänzt, um die Grenzstreitigkeiten auch bei schlechtem Wetter klären zu können.
  • Dies war auch insbesondere nötig geworden, da traditionell nur die schwächsten Mitglieder der Gemeinde für Verwaltungszwecke eingesetzt wurden.
  • Tacitus berichtet dazu:
    Sobald sie nicht in den Krieg ziehen, bringen sie (die Germanen) viel Zeit mit Jagen, mehr noch mit Müßiggang zu, nur mit Essen, Trinken, Schlafen sind sie beschäftigt. Gerade die tapfersten Krieger tun gar nichts. Die Sorge für Haus, Herd und Land wird den Weibern, den Greisen und den Schwächlichsten der Familie überlassen.

Wachsende Beliebtheit


  • Da die Verwaltungsstelle direkt dem Fürsten unterstellt war, war hier auch die sichere Versorgung mit Lebensmitteln und sonstigen Gütern des täglichen Bedarfs sichergestellt, weshalb man sie wohl als frühen Vorläufer des späteren Beamtenwesens bezeichnen kann.
  • Tacitus dazu:
    Es ist Brauch in den Gemeinden, dass aus freien Stücken jeder dem Fürsten ein Geschenk an Vieh und Korn bringt. Was von diesem als Ehrengabe angenommen wird, dient zugleich den häuslichen Bedürfnissen. Willkommen sind vor allem Geschenke von Nachbarvölkern, die im Namen der Gesamtheit dargebracht werden: auserlesene Rosse, schöne Waffenstücke, Pferdegeschirr und Halsketten. Jetzt haben sie auch schon von uns gelernt, Geld anzunehmen.

Entstehung des Ortes Markscheid


  • Als man im wesentlichen auch hier dem Müßiggang frönte, nur eben überdacht und gut versorgt, erlangte die Hütte in kurzer Zeit große Beliebtheit und es wurden bald mehrere Neubauten für die wachsende Zahl der Mitarbeiter nötig.
  • Nachdem sich darauf immer mehr Mitarbeiter in der Umgebung niederließen, entstand ein eigener Ort, der bald den Namen Markscheid erhielt.
  • Der Name Markscheid ergab sich aus den zwei Begriffen Mark(Grenze) und Scheiden(Vermessen - Scheiden im Sinne von trennen).und bezog sich auf die Haupttätigkeit der Einwohner.

Markscheid im Mittelalter



  • mittelalterliche Karte von Markscheid
    mit dem Wappen der Grafen von Koks
    (1223 Archiv Markscheid)
  • Im Jahr 1108 wurde im Zuge einer kaiserlichen Lehensvergabe das Dorf Markscheid dem Gebiet der Grafen von Koks zugeordnet, welche die dort schon vorhandenen Strukturen zur Verwaltung ihrer Grafschaft nutzten. Im Jahre 1167 erhielt Markscheid die Stadtrechte.
  • Nachdem das Geschlecht derer zu Koks 1402 ausgestorben war, wurde deren Grafschaft aufgeteilt zwischen dem Stift Essen und der Grafschaft Mark.
  • Nur die Stadt Markscheid fiel an die in der Nähe ansässigen Barone von und zur Ruhr, die im weiteren Verlauf der Geschichte das umliegende Gebiet maßgeblich beeinflussen sollten. Denn obwohl von niederem Adel und vorerst nicht besonders finanzstark, verfügten sie nun doch mit Markscheid über eine ungewöhnlich gut funktionierende Verwaltung, die mit Beginn des Kohleabbaus schnell an Bedeutung gewinnen sollte.

Markscheid und die Kohle


  • Als man 1738 den Abbau der Kohle unter staatliche Aufsicht stellte (das Bergamt in Bochum übernahm diese Aufgabe) war Markscheid schon so bekannt, dass es sogar einem ganzen Berufsstand den Namen verlieh. Auch etliche der Verwaltungsreformen des Freiherrn vom Stein basierten auf Entwicklungen der in Markscheid ansässigen Verwaltungsstelle.
  • Nachdem die französischen Truppen im Jahr 1806 das Gebiet besetzt hatten, wurde am 21. Januar 1808 Markscheid dem neu gebildeten Großherzogtum Berg angeschlossen und dem Département Ruhr (Präfektur Dortmund) zugeordnet. Einschneidende Verwaltungsreformen nach französischen Vorbild wurden aufgrund des guten Rufes der dortigen Verwaltung allerdings nur in sehr zurückhaltender Form durchgeführt.

Niedergang...


  • französische Truppen vor Markscheids Rathaus
    französische Truppen vor Markscheids Rathaus
  • Auch das folgende Jahrhundert brachte keine einschneidenden Veränderungen, so dass die Stadt Markscheid an Bekanntheit verlor.
  • Zu Berühmtheit gelangte sie noch einmal 1923 während der Ruhrbesetzung durch die französischen Truppen, als der damalige Hausmeister des Rathauses in einer riskanten Aktion mittels gefälschter Papiere vier Güterzüge mit Kohlen nach Berlin umleitete, um der dortigen, frierenden Bevölkerung helfend unter die Arme zu greifen.
  • Im Zuge der letzten großen Gebietsreform im Jahre 1979 wurde die Stadt Markscheid dann lediglich um einige umliegende Gemeinden erweitert.
  • Bis weit in die 1990er Jahre.litt Markscheid sehr unter dem Strukturwandel der heimischen Wirtschaft.

...und Neubeginn


  • Da im Zeitalter des Internets immer weniger Bürger den Gang zum Amt benötigen, konzentriert sich die Verwaltung der Stadt Markscheid seit neuerem auf die kommunale Selbstverwaltung im wörtlichen Sinne und sieht einer glänzenden Zukunft entgegen.
  • Die Stadt Markscheid konnte so auf die Entlassung von Mitarbeitern verzichten und übernimmt inzwischen auch Aufgaben anderer Körperschaften, die dazu personell dazu nicht mehr in der Lage sind..

Alle sind begeistert! Erfahrungsberichte:

Das Folgende sind nicht-redaktionelle Beiträge von Nutzern aus dem Bürgerforum der Stadt Markscheid

Markscheid-CMS © 2012-2013 Lutz Tewes

Archiv Seite weiterempfehlen
login


1px